Köln: Wohnraum für alle!

Vom 28.08. bis 01.09. fand in Köln-Mülheim ein Protestcamp gegen hohe Mieten, Vertreibung, Verdrängung und rassistische Ausgrenzung („Soziale Kampfbaustelle“) statt, das von der Gruppe „Wohnraum für alle“ in Zusammenarbeit mit zahlreichen lokalen Gruppen, wie dem ASN Köln, organisiert wurde.

Stellwaende

Für vier Tage wurden im Park nahe des Wiener Platzes einige Zelte und Büchertische aufgebaut, gemeinsam gekocht und diskutiert, sowie Plakate und Flugblätter präsentiert. Außer den antirassistischen Initiativen „Wohnen wagen“, Alarmphone und Solidarity City, welche sich für die Integration von Migrant*innen einsetzen, waren auch andere Organisationen, wie „Recht auf Stadt“ und die in der „Bürgerstube“ gegründete Initiative „Wohnraum für Mülheim“ aktiv beteiligt. Gemeinsam mit Aktivist*innen des Anarchistischen Forums und des Autonomen Zentrums, haben sich auch mehrere Antifaschist*innen und Anarchosyndikalist*innen an den Aktionstagen beteiligt.

Stadtrundgang

Unter anderem gab es eine kritische Stadtführung zur Gentrifizierung in Deutz bzw. Mülheim, mehrere Protestaktionen gegen die Umnutzung von Privatwohnungen zu Ferienappartements, aber auch eine kleine Demonstration für Seenotrettung und gegen Abschiebungen. Abends wurden Konzerte organisiert und Filme gezeigt, zum Beispiel über den (auch in Köln-Mülheim tätigen) Immobilienentwickler Gröner von der „CG Gruppe“ oder über das lukrative Tourismusgeschäft von Airbnb, das für den Verlust von bezahlbarem Wohnraum in mehreren Stadtteilen mitverantwortlich gemacht wird.

Pavillon

Interesante Berichte gab es von konkret betrofenen Mieter*innen, die über ihren alltäglichen Kampf gegen fehlenden Wohnraum, Eigenbedarfskündigungen, steigende Nebenkosten und unbezahlbare Quadradmeterpreise, sowie teure Modernisierungsumlagen nach energetischer Sanierung oder Luxusumbauten berichteten. Gemeinsam wurden beratschlagt, wie es möglich wäre, als Mieter*innen einen kollektiven Widerstand gegen solche Zumutungen des kapitalistischen Wohnungsmarktes zu leisten und mit Direkten Aktionen, wie Mietstreik oder Go-Ins, den Eigentümer*innen Druck zu machen gegen Vertreibung und Ausbeutung.

Anarchosyndikalistisches Netzwerk – ASN Köln

Mehr zum Thema:

Köln: Protest gegen Wohnraumzerstörung
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/09/30/koeln-protest-gegen-wohnraumzerstoerung/(30.09.2017)

Aktionstag „Mietenwahnsinn stoppen“ in Köln
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/09/08/aktionstag-mietenwahnsinn-stoppen-in-koeln/ (08.09.2017)

„Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum für alle!“

http://asn.blogsport.de/2017/07/30/mietenwahnsinn-stoppen-wohnraum-fuer-alle/
(30.07.2017)

Köln: „Das Problem heißt Verdrängung“
http://asn.blogsport.de/2017/06/06/koeln-das-problem-heisst-verdraengung-demo-17-06/ (Demo am 17.06.2017)

Gentrifizierung

Plakat

Pavillon 2

Kollektivkueche

Wohnwagen

Zelte

Deportation

Programm

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